Ich glaube, dass das Kino eine der mächtigsten Formen der Kommunikation ist, die wir haben, weil es uns erlaubt, die Welt durch die Augen eines anderen zu sehen.
Ich versuche, die Welt nicht so zu sehen, wie sie ist, sondern so, wie ich sie mir wünsche, und das ist es, was ich in meinen Filmen versuche einzufangen.
Hintergrund & Bedeutung
Steven Spielberg äußerte diese Gedanken im Jahr 2012 in einem ausführlichen Interview mit der Süddeutschen Zeitung, als er auf sein umfangreiches Lebenswerk und die Veröffentlichung seines Historienepos 'Lincoln' blickte. In einer Phase, in der das Kino zunehmend durch düsteren Realismus geprägt war, reflektierte der Regisseur über seine Rolle als Geschichtenerzähler. Seine Worte fassen eine jahrzehntelange Karriere zusammen, die von den persönlichen Erfahrungen eines Kindes aus der Vorstadt geprägt wurde, das im Medium Film Zuflucht vor der Realität suchte. Die Aussage verdeutlicht Spielbergs tief verwurzelten Optimismus und sein Verständnis von Kino als einem Ort der Hoffnung. Er begreift seine Arbeit nicht als bloße Dokumentation der Wirklichkeit, sondern als bewusste Konstruktion einer idealisierten Welt. Diese Haltung erklärt, warum selbst seine ernstesten Werke oft einen Funken Menschlichkeit und Erlösung bewahren. Es ist das Bekenntnis zu einer Ästhetik des Staunens, die das Publikum dazu einlädt, die Welt durch eine Linse der Möglichkeiten statt der bloßen Fakten zu betrachten. Heute wird diese Passage häufig zitiert, um die transformative Kraft der Kunst zu beschreiben. Sie dient in der Filmtheorie als Paradebeispiel für den Eskapismus und die emotionale Manipulation im positiven Sinne. In einer von Krisen geprägten Zeit findet das Zitat zudem in Motivationsreden und der Popkultur Anklang, da es die menschliche Fähigkeit betont, durch Visionen und Träume die eigene Wahrnehmung der Realität aktiv mitzugestalten.
