Am liebsten mache ich immer das, was ich noch nie gemacht habe, denn ich habe keine Angst vor dem Unbekannten.
Man muss das Geld zum Fenster rauswerfen, damit es zur Tür wieder reinkommt.
Hintergrund & Bedeutung
Karl Lagerfeld prägte diesen Ausspruch als Ausdruck seiner unkonventionellen Geschäftsphilosophie innerhalb der luxuriösen Modewelt des späten 20. Jahrhunderts. In einer Branche, die von ständigem Wandel und sichtbarem Überfluss lebt, verstand Lagerfeld Investitionen nicht als bloße Kostenfaktoren, sondern als notwendige Inszenierung. Der Kontext ist seine jahrzehntelange Arbeit für Häuser wie Chanel und Fendi, in denen er astronomische Summen für Modeschauen und Marketingkampagnen aufwendete, um den Mythos der Marken zu nähren und damit langfristig den kommerziellen Erfolg zu sichern. Die Kernidee hinter der provokanten Metapher ist die Überzeugung, dass Geiz und übermäßige Vorsicht die Kreativität und den unternehmerischen Schwung ersticken. Lagerfeld betrachtete Geld als ein fließendes Element, das zirkulieren muss, um neuen Wert zu generieren. Für ihn war Großzügigkeit – sowohl im privaten Konsum als auch in der beruflichen Produktion – ein Motor für Inspiration und Prestige. Wer bereit ist, mutig in die Ästhetik und das Erlebnis zu investieren, schafft ein Begehren, das schließlich in Form von Profit und Anerkennung zurückkehrt. Heute wird das Zitat häufig in Diskussionen über Marketingstrategien, Risikobereitschaft und die Psychologie des Konsums rezipiert. Es dient als pointiertes Plädoyer gegen eine rein buchhalterische Sicht auf das Leben und die Wirtschaft. In der Popkultur steht es sinnbildlich für den extravaganten Lebensstil des Modeschöpfers und wird oft zitiert, um die paradoxe Logik der Luxusindustrie zu erklären, in der Exzess und wirtschaftliches Kalkül untrennbar miteinander verwoben sind.
