Wir halten dasjenige für schlechthin vollkommen, was immer an sich und niemals um eines anderen willen gewählt wird. Ein solches Gut ist nach der allgemeinen Auffassung vor allem das Glück.
Philosoph Nicomachean Ethics, Book I, 1097a
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Hintergrund & Bedeutung

Aristoteles verfasste die Nikomachische Ethik im 4. Jahrhundert v. Chr. als eine systematische Untersuchung über das gelungene Leben. In der Blütezeit der griechischen Polis suchte er nach einer rationalen Begründung für menschliches Handeln, die über bloße Tradition oder göttliche Gebote hinausging. Das Werk, vermutlich basierend auf seinen Vorlesungsnotizen am Lykeion, richtete sich an Bürger, die durch die Kultivierung von Tugenden zur Stabilität und zum Wohlstand der Gemeinschaft beitragen sollten. Die Passage aus dem ersten Buch markiert den methodischen Ausgangspunkt seiner Untersuchung des höchsten Gutes.Die Kernidee des Zitats liegt in der Unterscheidung zwischen instrumentellen Gütern und dem Endziel des Handelns. Während Reichtum, Ehre oder Gesundheit oft nur Mittel zum Zweck sind, definiert Aristoteles die Eudaimonia (Glückseligkeit) als das einzige Ziel, das autark ist und keiner weiteren Rechtfertigung bedarf. Es ist das 'höchste Gut', da es nicht um etwas anderem willen angestrebt wird, sondern den Endpunkt aller menschlichen Bestrebungen darstellt. Glück ist hierbei kein flüchtiges Gefühl, sondern eine lebenslange Tätigkeit der Seele gemäß der Vernunft.Diese teleologische Sichtweise prägt die westliche Ethik bis heute und bildet das Fundament der Tugendethik. Das Zitat wird in modernen Debatten über Lebensqualität, Psychologie und Ökonomie herangezogen, um den Fokus von materiellen Werten auf die Sinnhaftigkeit des Daseins zu lenken. In der heutigen Popkultur und Ratgeberliteratur dient der Gedanke oft als Mahnung, zwischen kurzfristiger Befriedigung und langfristiger Erfüllung zu unterscheiden, wobei Aristoteles’ Fokus auf die aktive Selbstvervollkommnung zeitlos bleibt.

Aristoteles

Philosoph · Griechisch

Aristoteles war ein einflussreicher griechischer Universalgelehrter der Antike, der als Begründer der wissenschaftlichen Logik gilt und nahezu alle Wissensbereiche seiner Zeit systematisierte.

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