Die Phantasie ist der Teil des Menschen, der ihn täuscht, der Meister des Irrtums und der Falschheit, und sie ist umso trügerischer, als sie es nicht immer ist.
Zitate von Blaise Pascal
Blaise Pascal war ein französischer Mathematiker, Physiker und christlicher Philosoph, der als Wegbereiter der Wahrscheinlichkeitsrechnung und Erfinder der ersten Rechenmaschine gilt.
15 Zitate
Blaise Pascal wurde 1623 in Clermont-Ferrand geboren und zeigte bereits in frühester Kindheit eine außergewöhnliche mathematische Begabung. Unter der Anleitung seines Vaters, eines hohen Steuerbeamten, entwickelte er bereits mit 16 Jahren eine Abhandlung über Kegelschnitte, die in Fachkreisen großes Aufsehen erregte. Um seinem Vater bei dessen mühsamen Berechnungen zu helfen, erfand er mit der Pascaline eine der ersten mechanischen Rechenmaschinen der Welt. Sein wissenschaftliches Werk umfasst zudem bahnbrechende Erkenntnisse zur Hydrostatik und zum Luftdruck, wobei er experimentell nachwies, dass ein Vakuum existieren kann, was das aristotelische Weltbild seiner Zeit erschütterte. In der Mathematik legte er gemeinsam mit Pierre de Fermat die Grundlagen für die moderne Wahrscheinlichkeitsrechnung. Pascals Denken war geprägt von der Spannung zwischen rationaler Logik und religiöser Intuition. Nach einem mystischen Erlebnis im Jahr 1654 wandte er sich verstärkt dem Jansenismus zu, einer strengen Strömung innerhalb der katholischen Kirche. In seinem unvollendeten Hauptwerk, den Pensées, reflektiert er über die menschliche Existenz, die er als zerrissen zwischen Elend und Größe beschreibt. Bekannt ist seine Unterscheidung zwischen dem Geist der Geometrie (esprit de géométrie) und dem Geist der Feinfühligkeit (esprit de finesse). Er argumentierte, dass die Vernunft allein nicht ausreiche, um die tiefsten Wahrheiten des Lebens zu erfassen, und prägte den berühmten Satz, dass das Herz Gründe habe, die der Verstand nicht kenne. Die nach ihm benannte Pascalsche Wette ist ein klassisches Beispiel für seinen Versuch, rationale Logik auf Glaubensfragen anzuwenden. Das Vermächtnis Pascals ist in seiner Vielseitigkeit nahezu beispiellos. In der Wissenschaft lebt sein Name in der Einheit für den Druck sowie in der Programmiersprache Pascal weiter. Philosophisch beeinflusste er Denker wie Friedrich Nietzsche und die Existenzialisten des 20. Jahrhunderts, die seine Analyse der menschlichen Einsamkeit und der Suche nach Sinn in einer unendlichen Welt aufgriffen. Seine literarische Brillanz, insbesondere in den Lettres provinciales, prägte den modernen französischen Prosastil durch Klarheit und Ironie. Bis heute werden seine Texte zitiert, da sie die existenzielle Fragilität des Menschen thematisieren und die Grenzen der rein technischen Vernunft aufzeigen.
Die Gewohnheit ist eine zweite Natur, die die erste zerstört oder sie aufrechterhält.
Die letzte Leistung der Vernunft ist es, anzuerkennen, dass es eine Unendlichkeit von Dingen gibt, die sie übersteigen; sie ist nur schwach, wenn sie nicht bis zu dieser Erkenntnis gelangt.
Wenn man die Ursachen aller unserer Leiden untersuchen wollte, so würde man finden, dass sie alle daher kommen, dass die Menschen nicht in Ruhe in ihrem Zimmer bleiben können.
Wenn man die ganze Welt durchwandern würde, um alles zu finden, was es an Schönem gibt, so würde man doch niemals etwas finden, das mit der Schönheit der Seele zu…
Die Gerechtigkeit ist das, was etabliert ist; und so müssen alle unsere etablierten Gesetze notwendigerweise als gerecht angesehen werden, ohne dass sie geprüft werden, da sie etabliert sind.
Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste der Natur; aber er ist ein denkendes Schilfrohr.
Wir sind nicht zufrieden mit dem Leben, das wir in uns selbst und in unserem eigenen Wesen führen; wir wollen in der Vorstellung anderer ein anderes Leben führen und bemühen…
Es gibt zwei Arten von Menschen: die Gerechten, die sich für Sünder halten, und die Sünder, die sich für Gerecht halten.
Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht in der Lage sind, in Ruhe in einem Zimmer zu bleiben.
