Was wir heute nicht tun können, das können wir morgen tun, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir heute die Kraft dazu haben, die uns morgen vielleicht fehlt.
Zitate von Marie von Ebner-Eschenbach
Marie von Ebner-Eschenbach war eine bedeutende osterreichische Schriftstellerin des Realismus, die fur ihre psychologischen Erzahlungen und scharfsinnigen Aphorismen bekannt ist.
7 Zitate
Marie von Ebner-Eschenbach wurde 1830 als Freiin von Dubsky auf Schloss Zdislawitz in Mahren geboren und wuchs im Umfeld des osterreichischen Hochadels auf. Trotz der gesellschaftlichen Einschrankungen fur Frauen ihrer Zeit setzte sie ihren Wunsch zu schreiben gegen familiare Widerstande durch. Nach ihrer Heirat mit ihrem Cousin Moritz von Ebner-Eschenbach lebte sie abwechselnd in Wien und Mahren. Ihr literarischer Durchbruch gelang ihr erst in reiferen Jahren mit den ‚L Dorf- und Schlossgeschichten‘ (1883). Als erste Frau erhielt sie 1900 das Ehrendoktorat der Universitat Wien, was ihre Stellung als eine der fuhrenden intellektuellen Personlichkeiten des spaten 19. Jahrhunderts unterstreicht. Ihr Werk ist tief im Realismus verwurzelt und zeichnet sich durch eine prazise Beobachtungsgabe der sozialen Verhaltnisse in der Donaumonarchie aus. Das Denken von Ebner-Eschenbach war von einem tiefen Humanismus und einer ausgepragten sozialen Verantwortung gepragt. In ihren Werken und Aphorismen thematisierte sie immer wieder den Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft sowie die moralische Verpflichtung des Adels gegenuber den unteren Schichten. Ihre Weltanschauung war weder radikal revolutionar noch rein konservativ; sie pladierte vielmehr fur eine ethische Erneuerung des Einzelnen. Bekannte Zitate wie ‚Gute Menschen konnen sich leichter in bose hineindenken als bose in gute‘ zeugen von ihrem psychologischen Scharfsinn und ihrem Glauben an die Macht der Empathie. Sie setzte sich kritisch mit der Frauenrolle und dem Bildungssystem auseinander, wobei sie stets die Uberwindung von Vorurteilen forderte. Das Vermachtnis von Marie von Ebner-Eschenbach liegt in der zeitlosen Gultigkeit ihrer moralischen und psychologischen Einsichten. Ihre Erzahlungen wie ‚Das Gemeindekind‘ oder ‚Krambambuli‘ gehoren zum Kanon der deutschsprachigen Literatur, da sie menschliche Schwachen und soziale Ungerechtigkeiten ohne Sentimentalitat, aber mit tiefer Anteilnahme schildern. Ihre Aphorismen werden bis heute zitiert, weil sie komplexe ethische Fragen in knapper, treffender Form zusammenfassen. In einer Zeit des Umbruchs bot sie Orientierung durch Vernunft und Mitgefuhl. Ihr Einfluss erstreckt sich uber die Literatur hinaus auf die Sozialethik, da sie den Blick fur die Marginalisierten scharfte und die Bedeutung von Bildung und Charakterbildung als Fundament einer gerechten Gesellschaft hervorhob.
Wer nichts als seine Arbeit kennt, der kennt auch sie nicht recht, denn er hat keinen Maßstab, an dem er sie messen kann.
Die meisten Menschen brauchen mehr Liebe, als sie verdienen.
Man bleibt jung, so lange man noch lernen, neue Gewohnheiten annehmen und Widerspruch ertragen kann.
Wir fühlen uns immer geschmeichelt, wenn man uns für klüger hält, als wir sind, aber wir fühlen uns nie geschmeichelt, wenn man uns für besser hält, als wir sind.
Wenn die Zeit kommt, in der man könnte, ist die vorüber, in der man kann.
Gelassenheit ist die anmutige Form des Selbstvertrauens.
