Gelassenheit ist die anmutige Form des Selbstvertrauens.
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Hintergrund & Bedeutung

Marie von Ebner-Eschenbach verfasste ihre berühmten Aphorismen vorwiegend in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs im österreichischen Kaiserreich. Als kritische Beobachterin ihrer Zeit reflektierte sie in ihren Werken oft die moralischen Werte des Adels und des Bürgertums. Das Zitat entstammt ihrer Sammlung von Sinnsprüchen, in denen sie psychologische Einsichten mit knapper Präzision formulierte. Es entstand aus einer tiefen Beschäftigung mit der menschlichen Charakterbildung und dem Ideal einer inneren Festigkeit, die sich nicht durch äußere Unruhen erschüttern lässt. Die Kernidee verknüpft eine psychologische Eigenschaft mit einer ästhetischen Wirkung. Ebner-Eschenbach begreift Gelassenheit nicht als bloße Passivität, sondern als sichtbares Zeichen einer gefestigten Persönlichkeit. Wer sich seiner selbst sicher ist, muss nicht lautstark oder aggressiv auftreten; die Ruhe wird hier zum Ausdruck von Souveränität. Diese Sichtweise spiegelt ihr humanistisches Menschenbild wider, in dem Selbstbeherrschung und Anmut als Zeichen wahrer Bildung gelten. Es geht um die Überzeugung, dass wahre Stärke in der Stille und in der Beherrschung der eigenen Affekte liegt. Heute findet der Ausspruch vor allem in der Lebenshilfe-Literatur und in philosophischen Betrachtungen über die moderne Resilienz weitreichende Verwendung. In einer zunehmend hektischen Welt dient er als Leitmotiv für ein bewusstes Selbstmanagement. Die zeitlose Relevanz ergibt sich aus der Verbindung von Ethik und Ästhetik, die sowohl in pädagogischen Kontexten als auch in der alltäglichen Psychologie als erstrebenswertes Ideal einer ausgeglichenen Lebensführung zitiert wird.

Marie von Ebner-Eschenbach

Schriftstellerin · Österreichisch

Marie von Ebner-Eschenbach war eine bedeutende osterreichische Schriftstellerin des Realismus, die fur ihre psychologischen Erzahlungen und scharfsinnigen Aphorismen bekannt ist.

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