Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich im fremden Supermarkt nach einer Marke suche, die es hier gar nicht gibt, nur um das Gefühl zu haben, dass mein Gaumen kurz…
3
Worte über das Gefühl des Ankommens und die Wurzeln, die uns definieren. Finde Zitate über Zugehörigkeit.
29 Zitate
Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich im fremden Supermarkt nach einer Marke suche, die es hier gar nicht gibt, nur um das Gefühl zu haben, dass mein Gaumen kurz…
Wenn ich nachts meine alte Postleitzahl in den Taschenrechner tippe, nur um zu sehen, wie die Ziffern auf dem Display aussehen, weiß ich, dass ich noch nicht ganz hier angekommen…
Wenn ich den alten Stadtplan von früher aufklappe, erkenne ich die Straßen wieder, aber die Häuser sehen aus, als würden sie mich nicht mehr beim Namen kennen.
Wenn ich den Geruch von frischem Brot in einer fremden Stadt rieche, suche ich nicht nach einem Bäcker, sondern nach dem Teil von mir, den ich bei der Abreise irgendwo…
Manchmal frage ich mich, ob ich mich in der Fremde nur deshalb so sicher fühle, weil ich die Sprache nicht verstehe, die hinter meinem Rücken über mich gelacht wird.
Wenn ich meine Muttersprache schreibe, fühlt es sich an, als würde ich die Tinte aus einem anderen Leben verwenden, die auf dem Papier dieser Stadt einfach nicht trocknen will.
Wenn ich meine Adresse in ein Formular eintrage, zögere ich kurz – es fühlt sich immer noch an, als würde ich einen fremden Namen in ein geliehenes Buch schreiben.
Wenn ich meine Muttersprache im Supermarkt höre, zucke ich jedes Mal zusammen – nicht weil ich sie vermisse, sondern weil ich für einen Moment vergesse, welche Maske ich heute eigentlich…
Wenn ich den alten Schlüssel meines Elternhauses in der Tasche spüre, merke ich, dass ich das Gebäude längst verlassen habe, aber die Tür in meinem Kopf noch immer nicht ganz…
Manchmal verstehe ich erst im Gespräch mit Fremden, dass ich meinen Akzent wie einen alten Wintermantel trage – er ist lästig, aber ohne ihn friere ich in dieser Stadt.