Die Kunst ist nichts anderes als die Kunst, das Leben zu ertragen, und wir müssen diese Kunst jeden Tag aufs Neue lernen.
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Hintergrund & Bedeutung

Thomas Bernhard, einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller der Nachkriegszeit, thematisierte zeitlebens die existenzielle Not des Individuums in einer als sinnlos empfundenen Welt. Das Zitat spiegelt seine tiefe Verwurzelung in einer Ästhetik des Widerstands gegen die eigene Hinfälligkeit wider, die durch seine lebenslange Lungenkrankheit und die Erfahrung des frühen Todes naher Angehöriger geprägt war. In seinen Werken, die oft von Monomanie und einer radikalen Abrechnung mit gesellschaftlichen Institutionen gezeichnet sind, fungiert die geistige Arbeit als einzige Überlebensstrategie gegen die Depression und den drohenden Wahnsinn. Die Kunst wird hier nicht als dekorativer Luxus, sondern als eine notwendige Überlebensform verstanden. Die Kernidee hinter dieser Aussage ist die Auffassung des Lebens als eine fortwährende Zumutung, die nur durch die Distanzierung und Strukturierung mittels künstlerischer Prozesse bewältigt werden kann. Für Bernhard ist das Dasein eine tägliche Anstrengung, ein 'Aushalten', bei dem die Kunst als Katalysator dient, um das Unerträgliche in eine artikulierbare Form zu gießen. Diese Sichtweise ordnet sich in seine Philosophie der 'Übertreibungskunst' ein: Nur durch die radikale Zuspitzung und die geistige Durchdringung der Realität lässt sich die existenzielle Leere füllen. Heute wird der Ausspruch häufig zitiert, um die therapeutische und resilienzfördernde Kraft der Kultur zu betonen. In literaturwissenschaftlichen und philosophischen Diskursen dient er als Referenzpunkt für den Existenzialismus des 20. Jahrhunderts. Auch im modernen Alltag findet das Zitat Anklang, da es die menschliche Fähigkeit zur Selbstbehauptung durch Kreativität in Krisenzeiten prägnant zusammenfasst.

Thomas Bernhard

Schriftsteller · Deutsch-Österreicher

Thomas Bernhard war einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller der Nachkriegszeit, bekannt für seine kompromisslose Gesellschaftskritik und seinen unverwechselbaren, obsessiven Schreibstil.

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