Ich habe nie für die Galerie gelebt, sondern immer nur für mein eigenes Vergnügen, und das war vielleicht das Geheimnis meines Erfolges und meines Glücks.
Ich habe nie ein Leben geführt, das ein anderer hätte führen können. Ich habe immer das getan, was ich wollte, und ich habe es immer mit einer gewissen Intensität getan.
Hintergrund & Bedeutung
Gunter Sachs verfasste diese Zeilen für seine im Jahr 2005 erschienene Autobiografie „Mein Leben“, die als eine Art abschließende Bilanz eines facettenreichen Daseins zwischen Unternehmertum, Kunst und Jetset zu verstehen ist. In einer Ära, die bereits von einer zunehmenden Professionalisierung des öffentlichen Bildes geprägt war, blickte der damals 73-Jährige auf ein Jahrhundert zurück, in dem er als Prototyp des Playboys und Lebemanns galt. Die Worte entstanden in einer Phase der Reflexion, in der Sachs versuchte, sein öffentliches Image als reiner Erbe und Müßiggänger durch den Verweis auf seine individuelle Tatkraft und künstlerische Ambition zu korrigieren. Die Aussage artikuliert ein radikales Bekenntnis zur Selbstbestimmung und den bewussten Bruch mit gesellschaftlichen Erwartungshaltungen. Sachs betont, dass sein Lebensweg nicht das Ergebnis privilegierter Passivität war, sondern auf einer kompromisslosen Entscheidung für die eigenen Leidenschaften basierte. Die erwähnte Intensität verweist dabei auf seinen Anspruch, in allen Bereichen – ob in der Astrologie, der Fotografie oder im Sport – eine extreme Hingabe an den Moment zu praktizieren. Es ist der Ausdruck einer existenzialistischen Haltung, die das eigene Leben als ein einzigartiges, nicht austauschbares Kunstwerk begreift. Heute wird die Passage häufig zitiert, um den Geist des Hedonismus der 1960er und 70er Jahre zu beschwören oder um in Motivationskontexten für eine authentische Lebensführung zu werben. In der Popkultur dient sie als Referenzpunkt für eine verschwundene Ära der Eleganz und Unbeschwertheit. Gleichzeitig findet das Zitat in Nachrufen und biografischen Abhandlungen Verwendung, um die Ambivalenz zwischen dem glanzvollen öffentlichen Auftreten und dem inneren Drang nach persönlicher Relevanz zu illustrieren.
