Es gibt eine Grenze, an der das Glück aufhört und die Gewöhnung anfängt. Und ich habe immer versucht, diese Grenze zu vermeiden, indem ich mein Leben ständig verändert habe.
Ich habe nie gearbeitet. Ich habe mich immer nur amüsiert. Aber ich habe mich mit einer solchen Intensität amüsiert, dass die Leute dachten, ich würde arbeiten.
Hintergrund & Bedeutung
Gunter Sachs verfasste diese Zeilen in seiner 2005 erschienenen Autobiografie „Mein Leben“, in der er auf ein ereignisreiches Dasein als Industriellenerbe, Fotograf und Kunstsammler zurückblickte. In einer Ära, die stark von der protestantischen Arbeitsethik und dem wirtschaftlichen Wiederaufbau geprägt war, stilisierte sich Sachs als der Inbegriff des modernen Playboys. Das Zitat entstand in der Reflexion eines Mannes, der den Luxus besaß, seine Leidenschaften ohne finanziellen Druck zu verfolgen, und dabei die Grenzen zwischen Freizeit und produktivem Schaffen bewusst verwischte.Die Aussage artikuliert eine Lebensphilosophie, die Hingabe nicht an Erwerbsarbeit, sondern an die Ästhetik und den Genuss koppelt. Sachs bricht hier mit der konventionellen Trennung von Mühsal und Vergnügen. Für ihn war das Amüsement — ob in der Astrologie, der Dokumentarfilmerei oder dem Aufbau seiner Kunstsammlung — eine Form der Hochleistung. Die „Intensität“, von der er spricht, deutet darauf hin, dass sein Lebensstil kein passiver Konsum war, sondern eine aktive, fast schon disziplinierte Gestaltung des Angenehmen, die nach außen hin die Ernsthaftigkeit einer beruflichen Tätigkeit annahm.Heute dient das Zitat oft als ironischer Kommentar zur Selbstoptimierung und zur modernen „Work-Life-Balance“. Es wird in der Popkultur und in Porträts über das Jetset-Zeitalter herangezogen, um eine untergegangene Welt des glamourösen Müßiggangs zu illustrieren. In einer Gesellschaft, die zunehmend unter Burnout und Leistungsdruck leidet, wirkt Sachs’ Bekenntnis wie eine provokante Erinnerung daran, dass Leidenschaft die effektivste Form der Energie ist. Es bleibt ein Standardzitat in der Berichterstattung über die High Society und ein Referenzpunkt für die philosophische Frage, was den Wert menschlichen Tuns jenseits des Geldverdienens ausmacht.
