Ich habe nie ein Leben geführt, das ein anderer hätte führen können. Ich habe immer das getan, was ich wollte, und ich habe es immer mit einer gewissen Intensität getan.
Die Fotografie ist für mich die Möglichkeit, den flüchtigen Augenblick festzuhalten und ihm eine Dauer zu verleihen, die über den Moment hinausreicht und die Schönheit der Welt bewahrt.
Hintergrund & Bedeutung
Gunter Sachs, der als Industriellenerbe oft auf seine Rolle als Playboy reduziert wurde, entwickelte ab den 1970er Jahren eine ernsthafte Leidenschaft für die Fotografie, die weit über ein bloßes Hobby hinausging. In einer Ära des gesellschaftlichen Umbruchs und des rasanten Wandels suchte er nach einer Methode, die Ästhetik seiner Zeit zu dokumentieren. Seine Reflexionen über das Medium entstanden meist im Umfeld seiner Ausstellungen oder in seinen Fotobänden, in denen er versuchte, die Grenze zwischen Modefotografie und bildender Kunst zu verwischen. Er verstand die Kamera als Werkzeug, um der Vergänglichkeit des Jetset-Lebens eine substanzielle Form zu geben.
Der Kern dieser Aussage liegt in der philosophischen Auffassung der Fotografie als Konservierungsmittel für das Ephemere. Sachs betrachtete die Welt durch eine Linse des Hedonismus und der Schönheit; für ihn war das Bild ein Sieg über das Vergessen. Es geht nicht nur um das bloße Abbilden der Realität, sondern um die bewusste Entscheidung, einen spezifischen Lichtblick aus dem Fluss der Zeit zu reißen und ihn für die Ewigkeit zu fixieren. In seinem Denken war die Ästhetik ein moralischer Wert, den es gegen den Verfall zu verteidigen galt.
Heutzutage wird dieser Gedanke häufig in der Kunsttheorie und bei Retrospektiven seines Werkes angeführt, um die Ernsthaftigkeit seines künstlerischen Anspruchs zu untermauern. Das Zitat findet zudem regelmäßig Verwendung in der Lifestyle-Fotografie und in sozialen Medien, wenn es darum geht, die Bedeutung von Erinnerungskultur und visueller Ästhetik zu betonen. Es dient als Standardreferenz für die Rechtfertigung der Fotografie als eigenständige Kunstform, die den flüchtigen Reiz des Augenblicks in ein dauerhaftes Kulturgut transformiert.
