Ich bin ein Mann, der sein Leben lang das getan hat, was ihm Spaß machte, und das mit einer gewissen Intensität.
Es gibt für mich keinen Unterschied zwischen Arbeit und Vergnügen. Ich habe immer das getan, was mir Spaß gemacht hat, und das mit einer gewissen Intensität.
Hintergrund & Bedeutung
Gunter Sachs veröffentlichte diese Zeilen im Jahr 2005 in seiner Autobiografie „Mein Leben“, einem Werk, das kurz vor seinem 75. Geburtstag erschien und als Bilanz eines außergewöhnlichen Werdegangs dient. In einer Ära, die zunehmend von der strikten Trennung zwischen Erwerbsarbeit und Privatleben geprägt war, blickte der deutsch-schweizerische Industriellenerbe, Fotograf und Kunstsammler auf ein Dasein zurück, das sich konventionellen Kategorien entzog. Die Aussage entstand vor dem Hintergrund seines Rufs als „Playboy“, den er zeitlebens durch intellektuelle und künstlerische Leistungen zu unterfüttern suchte. Die Reflexion spiegelt den Versuch wider, die Leichtigkeit seines Lebensstils mit dem Ernst seiner beruflichen Ambitionen in der Fotografie und Astrologie zu versöhnen.Die Kernbotschaft liegt in der Aufhebung der Dualität von Pflicht und Neigung. Sachs vertrat die Überzeugung, dass wahre Produktivität aus Leidenschaft erwächst und Disziplin keine Last ist, wenn das Ziel mit persönlicher Freude korrespondiert. Er definierte Arbeit nicht als notwendiges Übel zur Sicherung der Existenz, sondern als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und ästhetischen Neugier. Diese Haltung ordnet ihn als modernen Epikureer ein, für den der Genuss und die schöpferische Kraft untrennbar miteinander verwoben sind. Intensität fungiert hierbei als das Bindeglied, das den bloßen Zeitvertreib von der ernsthaften Hingabe unterscheidet.In der heutigen Rezeption dient die Passage oft als Referenzpunkt für Debatten über Selbstverwirklichung und das Konzept des „New Work“. Während Kritiker darin das Privileg eines wohlhabenden Erben sehen, nutzen Motivationsliteratur und Lifestyle-Medien die Worte als Idealbild einer gelungenen Existenz. Das Zitat taucht regelmäßig in Nachrufen und Porträts auf, um Sachs’ Image als jemandem zu festigen, der die Kunst des Lebens perfektionierte. Es bleibt ein populärer Leitspruch für Menschen, die nach einer Verschmelzung von Berufung und Beruf streben, und markiert in der Popkultur den Übergang vom klassischen Müßiggang zur modernen, leidenschaftsgetriebenen Leistungsgesellschaft.
