Da das Leben immer in Bewegung ist, muss man lernen, die Veränderungen zu akzeptieren und sich ihnen anzupassen, ohne dabei die eigenen Grundwerte zu verlieren.
Man muss das tun, von dem man glaubt, man könne es nicht tun.
Hintergrund & Bedeutung
Eleanor Roosevelt veröffentlichte diesen Leitgedanken 1960 in ihrem Spätwerk „You Learn by Living“, einer Mischung aus Autobiografie und Lebensratgeber. Als ehemalige First Lady und Architektin der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte blickte sie auf ein Leben zurück, das von der Überwindung tiefer persönlicher Unsicherheiten und öffentlicher Widerstände geprägt war. In der Ära des Kalten Krieges und des gesellschaftlichen Umbruchs wollte sie ihren Lesern vermitteln, dass persönliches Wachstum untrennbar mit der Konfrontation mit der eigenen Angst verbunden ist. Die Aussage wurzelt in ihrer Überzeugung, dass Mut keine Abwesenheit von Furcht ist, sondern das bewusste Handeln trotz dieser Barriere. Es geht um die psychologische Befreiung, die eintritt, wenn man eine vermeintlich unüberwindbare Grenze überschreitet. Für Roosevelt war dies kein bloßer Optimismus, sondern eine pragmatische Notwendigkeit für die demokratische Teilhabe und die individuelle Selbstbestimmung. Wer sich der Herausforderung stellt, gewinnt laut Roosevelt die Kraft und das Selbstvertrauen, die nächste Hürde zu nehmen. Heute gilt das Zitat als zeitloser Appell zur Selbstwirksamkeit und findet breite Anwendung in der Resilienzforschung sowie im Coaching. Es wird regelmäßig herangezogen, um Menschen in Phasen des Umbruchs oder bei der Übernahme großer Verantwortung zu motivieren. Jenseits der Popkultur bleibt es ein zentrales Zeugnis für Roosevelts Philosophie des lebenslangen Lernens durch aktives Handeln.
