Was wir lernen müssen, um es zu tun, das lernen wir, indem wir es tun.
Philosoph Nicomachean Ethics, Book II
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Hintergrund & Bedeutung

Aristoteles verfasste die Nikomachische Ethik im 4. Jahrhundert v. Chr. als eine systematische Untersuchung über das gute Leben und die menschliche Glückseligkeit (Eudaimonia). In einer Zeit, in der die griechische Polis den Rahmen für moralisches Handeln bildete, lehrte er an seinem Lykeion in Athen, dass Tugend nicht allein durch theoretisches Wissen, sondern durch praktische Einübung erworben wird. Das Werk gilt als Widmung an seinen Sohn Nikomachos und spiegelt die Überzeugung wider, dass der Mensch ein handelndes Wesen ist, dessen Charakter sich innerhalb der Gemeinschaft formt.

Der Kern dieser Aussage liegt in der Unterscheidung zwischen bloßer Erkenntnis und der Ausbildung von festen Haltungen (Hexis). Für Aristoteles ist Ethik eine praktische Wissenschaft; man wird nicht gerecht, indem man über Gerechtigkeit liest, sondern indem man gerechte Taten vollzieht. Er vergleicht den Erwerb von Tugenden mit dem Erlernen eines Handwerks oder einer Kunst: Ein Kitharaspieler lernt das Spielen durch das tatsächliche Zupfen der Saiten. Erst durch die ständige Wiederholung und Gewöhnung (Ethos) gehen Handlungen in Fleisch und Blut über und bilden den moralischen Charakter.

Heute erfährt dieser Gedanke eine Renaissance in der modernen Pädagogik und Psychologie, insbesondere unter dem Schlagwort 'Learning by Doing'. Das Zitat wird herangezogen, um die Bedeutung von Erfahrungswissen gegenüber reinem Faktenwissen zu betonen. In der Managementlehre, im Sport und in der beruflichen Bildung dient es als Leitmotiv für die Relevanz von Praktika und Simulationen. Aristoteles’ Einsicht bleibt aktuell, da sie die menschliche Natur als ein Potenzial begreift, das erst durch aktiven Vollzug und lebenslange Übung zur vollen Entfaltung gelangt.

Aristoteles

Philosoph · Griechisch

Aristoteles war ein einflussreicher griechischer Universalgelehrter der Antike, der als Begründer der wissenschaftlichen Logik gilt und nahezu alle Wissensbereiche seiner Zeit systematisierte.

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