Wissenschaft kann nicht die letzte Wahrheit sein. Sie ist immer ein Streben, niemals ein Erreichen, niemals ein Besitzen der absoluten Wahrheit.
Physiker und Nobelpreisträger Vortrag: Religion und Naturwissenschaft, 1937
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Hintergrund & Bedeutung

Max Planck formulierte diese Gedanken im Mai 1937 während seines Vortrags „Religion und Naturwissenschaft“ im Baltikum. In einer Ära, die durch den rasanten Aufstieg der Quantenphysik einerseits und die politische Instabilität des Nationalsozialismus andererseits geprägt war, suchte Planck nach einer Brücke zwischen empirischer Forschung und ethisch-religiöser Orientierung. Als Mitbegründer der Quantentheorie hatte er miterlebt, wie sicher geglaubte physikalische Weltbilder einstürzten. Sein Bestreben war es, die Grenzen des menschlichen Verstandes aufzuzeigen und gleichzeitig den unermüdlichen Forschergeist zu legitimieren, der trotz der Unerreichbarkeit absoluter Gewissheit nach Erkenntnis strebt.

Die Aussage spiegelt Plancks tief verwurzelte Überzeugung wider, dass die Naturwissenschaft lediglich ein Annäherungsverfahren an die Realität darstellt. Für ihn war die Welt hinter den Phänomenen – das „Ding an sich“ – niemals vollständig durch rationale Gleichungen fassbar. Er sah in der Wissenschaft keinen abgeschlossenen Besitzstand von Fakten, sondern einen dynamischen Prozess. Diese Demut gegenüber der Komplexität des Universums ordnet die Forschung als eine Form der intellektuellen Sehnsucht ein, die zwar Fortschritte erzielt, aber niemals einen endgültigen Schlusspunkt setzen kann. Damit positioniert Planck die Wissenschaft als komplementär zur Religion, da beide auf ein Transzendentes verweisen.

Heutzutage dient die Passage oft als Mahnung gegen wissenschaftlichen Dogmatismus und Szientismus. Sie wird in wissenschaftsphilosophischen Debatten herangezogen, um zu verdeutlichen, dass Theorien stets vorläufig sind und durch neue Erkenntnisse revidiert werden können. Auch im Bildungsbereich und in der populärwissenschaftlichen Literatur wird Plancks Einsicht zitiert, um die Faszination des Unbekannten zu betonen. Das Zitat bleibt aktuell, weil es die menschliche Neugier als einen Weg beschreibt, der selbst das Ziel ist, und so eine zeitlose Definition von wissenschaftlicher Integrität liefert.

Max Planck

Physiker und Nobelpreisträger · Deutsch

Max Planck war ein bedeutender deutscher Physiker und Nobelpreisträger, der mit der Entdeckung des Wirkungsquantums die Quantenphysik begründete.

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