Die Ehe ist eine Institution, die Frauen in die Abhängigkeit zwingt und ihre freie Entfaltung verhindert, indem sie sie auf die Rolle der Hausfrau und Mutter reduziert.
Zitate von Alice Schwarzer
Alice Schwarzer ist die bekannteste deutsche Frauenrechtlerin und Publizistin, die als Gründerin der Zeitschrift EMMA die Zweite Frauenbewegung maßgeblich prägte.
7 Zitate
Alice Schwarzer wurde 1942 in Wuppertal geboren und wuchs bei ihren Großeltern auf, was ihr frühes Verständnis von Geschlechterrollen prägte. Nach einem Aufenthalt in Paris in den 1960er Jahren, wo sie die französische Frauenbewegung und Denkerinnen wie Simone de Beauvoir kennenlernte, brachte sie den modernen Feminismus nach Deutschland. Ein Meilenstein ihres Wirkens war die von ihr initiierte Kampagne ‚Wir haben abgetrieben!‘ im Jahr 1971, die eine breite Debatte über das Selbstbestimmungsrecht von Frauen und den Paragrafen 218 auslöste. 1977 gründete sie die Zeitschrift EMMA, die bis heute als wichtigstes Sprachrohr des feministischen Diskurses im deutschsprachigen Raum gilt.
Ihr Denken ist tief im Differenzfeminismus und der Forderung nach wirtschaftlicher sowie sozialer Unabhängigkeit verwurzelt. Schwarzer vertritt die Überzeugung, dass die Unterdrückung der Frau kein biologisches Schicksal, sondern ein kulturelles Konstrukt ist. In ihren Werken, wie dem Bestseller ‚Der kleine Unterschied und seine großen Folgen‘, analysierte sie Machtstrukturen in der Sexualität und im Alltag. Wiederkehrende Themen ihrer Arbeit sind die Kritik an der Pornografie, der Prostitution als System der Ausbeutung sowie die Auseinandersetzung mit dem politischen Islam, den sie als Bedrohung für die Rechte der Frauen betrachtet. Ihr Eintreten für eine strikte Trennung von Staat und Religion sowie die Kritik an patriarchalen Strukturen in allen Gesellschaftsbereichen ziehen sich wie ein roter Faden durch ihr publizistisches Schaffen.
Das Vermächtnis von Alice Schwarzer ist ebenso bedeutend wie kontrovers. Sie hat das gesellschaftliche Bewusstsein für Gleichberechtigung in Deutschland nachhaltig verändert und Themen wie häusliche Gewalt, Vergewaltigung in der Ehe und Lohngerechtigkeit auf die politische Agenda gesetzt. Während sie für viele eine Pionierin und Identifikationsfigur bleibt, wird sie von jüngeren feministischen Strömungen oft für ihre Positionen zu Transidentität oder ihre Form des Universalismus kritisiert. Dennoch bleibt sie eine der einflussreichsten Intellektuellen der Bundesrepublik, deren Thesen zur Rolle der Frau in Politik und Gesellschaft auch Jahrzehnte nach ihrem ersten Erscheinen intensive Debatten auslösen und die öffentliche Meinung polarisieren.
Emanzipation heißt nicht, dass die Frau so wird wie der Mann, sondern dass sie die Freiheit gewinnt, sie selbst zu sein, ohne sich an männlichen Maßstäben messen zu lassen.
Die Pornografie ist die Theorie, die Vergewaltigung ist die Praxis. Das ist die Essenz der männlichen Sexualität in einer patriarchalen Gesellschaft, in der die Frau das Objekt ist.
Das Ziel des Feminismus ist nicht die Herrschaft der Frauen über die Männer, sondern die Befreiung beider Geschlechter von den Zwängen der Rollenbilder.
Wir wollen nicht nur ein Stück vom Kuchen, wir wollen die ganze Bäckerei.
Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht. Aber man kann sich auch dazu entscheiden, ein Mensch zu werden, der sein Leben selbst in die Hand nimmt.
Die Freiheit ist kein Geschenk, das man einmal bekommt und dann besitzt; man muss sie sich jeden Tag neu erkämpfen und verteidigen.
